Immer im April steht der Berg zwischen Mijas und Benalmadena in voller Blüte.
Am Sonntag, dem 21. April entschlossen wir uns, eine Wanderung von den Antennen auf der Spitze von Mijas´ Hausberg bis Benalmadena Pueblo zu wiederholen. In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Touren auf diesen Berg gemacht – aber im April ist es hier so schön wie nirgendwo. Unsere Absicht war, die vielen wild wachsenden Blumen, die genau jetzt blühen, zu genießen.
Der Ausgangspunkt des Ausflugs ist einfach zu finden. Halten Sie zu auf die Antennen in den Bergen von Mijas. Wenn Sie Mijas Pueblo hinter sich lassen und in Richtung Benalmadena Pueblo fahren, lassen Sie den städtischen Fußballplatz „Campo de futbol“ links liegen. Nach etwa 100 m macht die Straße einen scharfen Knick nach rechts – Sie fahren hier weiter gerade aus. Auf der rechten Seite kommt jetzt die geschlossene Wasserfabrik – fahren Sie einfach weiter gerade aus, es geht bergan für die nächsten etwa 3,5 km. Und dann finden Sie auf der linken Seite einen passenden Parkplatz (für 5 – 6 Autos).
Auf Ihrem Weg nach oben haben Sie mehrere Haarnadelkurven zu passieren – fahren Sie also vorsichtig und beachten Sie, dass viele Radfahrer diese Route für ihren Sport am Berg nutzen. Die Steigung beträgt etwa 10º auf einer Gesamtstrecke von 5 km. Sie sind bei 410 m über dem Meeresspiegel bei der Wasserfabrik gestartet und in 915 m Höhe angekommen. Bitte in den Kurven nicht hupen! Das verjagt die Vögel und andere Wildtiere.
Wenn Sie gut geparkt haben, nehmen Sie sich die Zeit und steigen auf den kleinen Kamm hinter dem Parkplatz, Sie werden überrascht von der schönsten Aussicht in Richtung Alhaurin und das saftige Guadalhorce Tal – Malagas Obst- und Gemüsegarten -, auf den Flughafen von Malaga (Helle Hollis fand ich nicht) und das ganze Land bis in die Sierra Nevada, deren verschneite Höhen man klar am Horizont erkennt.
Und dann ziehen Sie sich die Wanderschuhe an – oder ersatzweise Ihre Tennisschuhe – und gehen Sie die letzten anderthalb Kilometer auf der asphaltierten Straße auf die Antennen zu. Wir betrachten diesen Teil des Ausflugs wie ein sportliches Aufwärmen – obwohl der Ausblick auch auf diesem Abschnitt an schönen Tagen einfach fantastisch ist. Normalerweise sehen Sie ganz Mijas, Fuengirola mit seiner Marina und weiter hinten die ganze Küste bis Marbella und am Horizont Gibraltar und das Rifgebirge in Marokko!
Aber ausgerechnet an diesem Tag nicht! Ehe Sie ganz oben ankommen, finden Sie zur Linken eine einsame Antenne. Unmittelbar danach kommt ein Wegweiser mit dieser Karte, auf der alle „offiziellen“ Wege in den Bergen in Richtung Benalmadena eingetragen sind.

Hier begann unsere Wanderung. Der Ausgangspunkt war R6 oben links auf der Karte – „Cerro del Moro“. Wir folgten diesem blauen Weg bis zur Kreuzung mit der grünen Wanderstrecke R3, von wo es bergab ging in Richtung Benalmadena. Ehe wir unten ankamen, bogen wir nach rechts ab und folgten nun dem schwarzen Pfad R4.
Der ganze Weg ist sehr gut ausgezeichnet und definiert, Sie werden nie Zweifel haben, in welcher Richtung es weiter geht. Wir wurden jedoch fast getäuscht von einem Graffiti auf einer Pumpstation auf dem R4, der uns nach rechts verwies. Ignorieren Sie das, wandern Sie weiter geradeaus. Dies war der einzige kniffelige Punkt auf der ganzen Strecke, die übrigens 8 km lang war und etwas länger als drei Stunden in Anspruch nahm. Nicht, weil der Weg uns zu schaffen machte – sondern weil es unterwegs so viel zu studieren und zu bewundern gab.
Wir waren losgegangen um 11.00 Uhr bei sehr dichtem Nebel – vielleicht war es auch eine Wolke. Natürlich schade wegen der sonst herrlichen Aussicht, aber da wir ja ausgezogen waren um die Blumen und Pflanzen zu bewundern, machte es uns nicht so viel aus. Unterwegs klarte es dann so weit auf, dass wir in Benalmadena bei 23º und schönstem Sonnenschein ankamen. Das war nett!
Zu Anfang ist der Boden nicht sehr gut – viele lose Steine, Sie müssen aufpassen wo Sie hintreten. Aber nach etwa 500 Metern öffnet sich der Weg, die Bodenverhältnisse bessern sich, und ab sofort werden Sie akrobatisch nicht mehr gefordert. Da wir bei 915 m Höhe losmarschierten und in Benalmadena auf 247 m endeten – ein Unterschied von 668 m auf über 8 km – geht es meist bergab, also auch in dieser Hinsicht keine größere Herausforderung.
Ich fotografierte über 50 verschiedene Wildblumen und es ist sowieso besser, Sie sehen sie selbst in situ, wo sich der optische Eindruck mit den Düften und der Stille verbindet. Etwas für alle Sinne.Wir finden selteneren wilden Orchideen, die in den Bergen wachsen. Aber sie pflücken ist auf keinen Fall gestattet!

Auf dem Weg nach unten stießen wir auf klares sauberes Wasser und ein kleines Becken. Benalmadena bekommt offenbar einen Teil seines Trinkwassers aus dieser Quelle. Schön erfrischend, da die Temperatur jetzt auf gut über 20º geklettert war.
Der Weg endet in einer Blumenwiese – fast auf der Höhe der Nationalstraße N340 dort, wo ein Tunnel die Straße in ein Wohngebiet unterquert. Von hier aus gingen wir noch ein paar hundert Meter weiter hinunter – bis zur Hauptstraße in Benalmadena.
Wir liefen noch einige hundert Meter weiter und fanden ein hübsches Restaurant, wo wir ein wohlverdientes Mahl genossen. Es gibt viele Restaurants zur Auswahl, mit günstiger und guter Qualität.
Zurück zum Auto nahmen wir nahmen einen Bus. Die Linie 121 geht sonntagnachmittags etwa stündlich von Torremolinos über Benanladena nach Mijas. Das Ticket kostet nur 1,80€, was unser Budget nicht sprengte.
Am Fußballstadion in Mijas stiegen wir aus und spazierten vier Kilometer Straße zurück zum Auto.
Ein rundum gelungener Tag. Hätten wir unsere eigenen Sandwiches mitgenommen, hätten jeder von uns 4 Stunden herrliche Erlebnisse und Unterhaltung für den Preis eines Busfahrscheins gehabt – €1,80!
Auf dem Heimweg sprachen wir über die Kontraste in Andalusien. Da war zunächst das Wetter. Innerhalb von 3 Stunden brauchten wir sowohl unsere Jacken als anschließend die Sonnentops. Ebenso ist die Landschaft überaus kontrastreich. Innerhalb von wenigen Kilometern haben wir die betonierte Küste und die natürliche Schönheit der Berge. Und schließlich sind auch die Jahreszeiten voller Gegensätze. Was heute saftig und grün ist, wird in ein paar Monaten zu Heu vertrocknet sein.
Zu bedauern sind diejenigen, die nur die Küste kennen lernen!
Hans Hugo From
Geschäftsführer
Helle Hollis Car Rental